Ab ins Hörnbad – einfach so?

Niegelnagelneu und n/doch mit vielen Barrieren

Eingangsbereich Hörnbad

Endlich zeitgemäß schwimmen gehen können! Was in Kiels Hallenbädern lange nicht möglich war (Schwimmhalle Schilksee völlig verstuft, Gaarden in die Jahre gekommen, Lessingbad geschlossen, CAU Pool nur bedingt rollstuhl und familienfreundlich), geht jetzt wieder. Zwar nicht vollkommen inklusiv, aber doch “ganz okay” barrierefrei.

Das Hörnbad ist eröffnet. Zunächst die beiden Schwimmbecken und der kleine Pool. Auf den Familienbereich, die Saunalandschaft und die Terasse muss aus unterschiedlichen Gründen vorerst verzichtet werden.

Für einen Neubau – und ein über die Stadtgrenzen hinaus strahlendes Gebäude – gibt es nicht wenig Dinge, die es zu kritisieren und vor allem zu verbessern gilt. Hier eine erste Sammlung.

Sie beinhaltet vor allem Aspekte für Schwimmende mit Rollstuhl. Wir freuen uns über Feedback besonders im Hinblick auf eine inklusive Nutzung des Hörnbads für Menschen mit Sehbehinderung.

Die Ankunft

  • Ein separater barrierefreier Eingang zum Gebäude ist für einen solch aktuellen und modernen Neubau, der mit einem Wettkampfschwimmbecken für Veranstaltungen über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus ausgestattet ist, kein gutes Aushängeschild für die Stadt!

Mit Blick auf die UN-BRK und das Leitbild zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung der Landeshauptstadt Kiel bedeutet der Eingangsbereich einen großen Schritt zurück in die Vergangenheit.

  • Die Parkplätze für Menschen mit Behinderung sollten somit nicht vor dem Haupteingang sein, sondern vor dem separaten Eingang.

Die barrierefreien Umkleidekabinen

  • Der Weg zu den barrierefreien Umkleiden führt durch mehrere, schwer zu öffnende Türen. Hier werden automatisch zu öffnende Türen gebraucht.
  • Die Duschen sind mit einem harten Duschstuhl (Klappsitz) versehen. Der Sitz ist darüber hinaus zu kurz, insbesondere weil die Haltereling in den Rücken ragt.
Ungepolsteter Duschsitz

Barrierefreie Dusche im Hörnbad

  • Es fehlen die Bobathliege, Deckenlifter mit mehreren Systemen und „Galgen“ in den barrierefreien Umkleidekabinen.
  • Im allgemeinen Duschbereich: Hier sollten an den Duschen Klappsitze angebracht sein, um allen Besuchenden (wie beispielsweise auch Seniorinnen und Senioren) die freie Wahl zu ermöglichen, wo sie duschen wollen. Privat oder in der Gemeinschaftsdusche.

Die Schwimmhalle

  • Der Weg von der Umkleidekabine in die Halle führt durch eine “Klapptür” und ein schwer zu öffnende Tür. Hier wird eine automatisch zu öffnende Tür gebraucht.
  • Die Fliesen im Bad sind sehr rutschig. Insbesondere weil die Wege Seitengefälle haben.

Der Freizeitbereich und der Saunabereich

  • Noch nicht freigegeben, daher noch nicht getestet.

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Inklusio Kiel